Der CDU-Wirtschaftsrat besucht die TRIMET ALUMINIUM AG

24.03.2009 | Essen - Macht die Energiepolitik die Hütte kalt? Über 130 Mitglieder des Wirtschaftsrats der CDU besuchten am Nachmittag und Abend des 23. März die TRIMET-Aluminiumwerke in Essen. Unter der Führung von Dr. Hans-Jürgen Böckel, Sprecher der Sektion Essen und westliches Ruhrgebiet des Wirtschaftsrats, ließen sich die Unternehmer und Führungskräfte in ausführlichen Rundgängen das Unternehmen zeigen und die Betriebsabläufe erläutern.

Leitende Mitarbeiter des Unternehmens, an ihrer Spitze Alleininhaber und Chef des Aufsichtsrats Heinz-Peter Schlüter sowie das Vorstandsmitglied Dr. Martin Iffert, begrüßten die Gäste und führten durch das weitere Programm. Mit von der Partie war auch Kurt Ehrke, der bis zu seinem 65. Geburtstag Ende Februar ebenfalls dem Vorstand angehört hatte.

Nach Rundgang und kleinem Imbiss stellte Dr. Martin Iffert die TRIMET ALUMINIUM AG in Zahlen und Fakten vor, bevor Aufsichtsrat Schlüter zum Hauptthema sprach: „TRIMET als energieintensives Unternehmen – Unternehmenskiller Energiepolitik?“ Die wahre Bedrohung für Arbeitsplätze und den Standort Deutschland erwachse nicht aus der Wirtschaftskrise, so betonte Schlüter, sondern komme aus Berlin.

Die Gefahr für die Existenz zahlreicher Unternehmen komme von der Regierung, die einerseits in der Krise versuche, Not leidende Banken und krisengeschüttelte Schlüsselunternehmen über die schlechten Zeiten zu retten, andererseits aber den Blick nicht ausreichend auf die Nöte energieintensiver Betriebe richte. Für diese Unternehmen – TRIMET benötigt zum Beispiel allein in der Hütte Essen so viel Strom wie die gesamte Stadt Essen samt Gewerbe und übriger Industrie – fordert Schlüter den zügigen Abbau „massiver Wettbewerbsverzerrungen“. Er beklagt die einseitig hohen Strompreise in Deutschland: Schon jetzt bewirke der Emissionshandel für CO2-Zertifikate eine enorme Verteuerung des deutschen Stroms.

Das sind die Fakten: Pro Jahr zahlt das Unternehmen TRIMET 33 Millionen Euro allein für in den Strompreis eingerechnete CO2-Kosten, und die politisch bedingte Verteuerung von Strom soll weiter zunehmen. Ab 2011 werden es 90 Millionen Euro sein und ab 2013 voraussichtlich 120 Millionen Euro. Strom ist für die Aluminiumhütten und andere energieintensive Unternehmen aber ein Rohstoff, und seine Kosten machen schon jetzt über 40 Prozent der Gestehungskosten für Primäraluminium aus. Solche Belastungen, die allein die deutsche Aluminiumproduktion treffen, seien im internationalen Wettbewerb nicht zu verkraften, sagt Schlüter.

Die Aluminiumproduzenten in Nachbarländern wie Frankreich, Spanien und Italien kommen dank staatlich regulierter Stromtarife billiger davon. Diese ersparen den Konkurrenten in Europa nicht nur CO2-Kosten, sondern sichern ihnen zusätzliche Strompreisvorteile in gleicher Größenordnung. Dies aber gefährde den Standort Deutschland für die Hütten, für die Gießereien und die weiterverarbeitenden Betriebe zusätzlich. Auch, weil die Nachteile für das Unternehmens TRIMET zugleich die gesamte nachfolgende Wertschöpfungskette gefährden und tausende Arbeitsplätze aufs Spiel gesetzt würden, sei es unabdingbar, die Entlastungen von den CO2-Kosten im deutschen Strom für die energieintensive Industrie nicht erst ab 2013 vorzunehmen, sondern sofort. Schlüter vor dem Wirtschaftsrat, der vor allem die Industrie- und Wirtschaftspolitik der CDU unabhängig und kritisch begleitet: „Wir stellen uns der Krise, und wir lieben den Wettbewerb. Nur fair muss er sein.“

Von: Mathias Scheben

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