Aluminiummarkt: Mehr Nachfrage, höhere Preise

08.02.2011 | Der Einbruch bei der Nachfrage nach Aluminium in Deutschland, der 2009 bei 19 Prozent lag, ist inzwischen nahezu aufgeholt. Nach der übereinstimmenden Ansicht führender Vertreter der Metallindustrie wird die physische Nachfrage nach Aluminium auch im Laufe dieses Jahres weiter steigen, und zwar um etwa zehn Prozent.

Der „Drei-Monate-Durchschnittspreis“ werde sich zeitgleich angesichts wachsender Unterversorgung des Marktes erhöhen und wohl bei 2.700 Dollar pro Tonne einpendeln, lautete eine weitere Einschätzung beim diesjährigen „Metallfrühstück“, dem Jahrestreffen von Experten im Haus der TRIMET ALUMINIUM AG in Essen. Derzeit sei Aluminium am Markt im Vergleich mit anderen Werkstoffen deutlich unterbewertet. Die geplanten Kapazitätserweiterungen für die Produktion von Primär- und Sekundäraluminium würden den erwarteten Preisauftrieb nicht bremsen, waren sich die Teilnehmer einig. Träger des Aufschwungs seien die Automobilhersteller, die boomende Solarindustrie und eine stabilere Bauwirtschaft, hieß es.

Ein Fokus des diesjährigen „Metallfrühstücks“ lag auf den künftigen Marktentwicklungen im Mittleren Osten. Dort werden die Produzenten nach Ansicht der Fachleute bis 2015 intensiv in die Weiterverarbeitung einsteigen und die Wertschöpfungskette bis hin zu Fertigprodukten aus Aluminium verlängern. Beispielsweise sollen die Kapazitäten der Presswerke im Mittleren Osten, die heute bei 400.000 Jahrestonnen liegen, auf über 500.000 Jahrestonnen ausgebaut werden, die der Walzwerke von 400.000 Jahrestonnen auf 1.400.000. Parallel dazu wird die Produktion der Primärhütten bis 2015 um über 40 Prozent auf etwa 5 Millionen Jahrestonnen zunehmen; der Anteil an der weltweiten Aluminiumproduktion steigt nach Meinung der Fachleute von acht auf zwölf Prozent.

Nachdem die Aluminiumproduktion in China zuletzt stark rückläufig war, könne es nun bei steigender Nachfrage und geringen Lagerbeständen zu Defiziten in der Versorgung und weiteren Preissteigerungen kommen. Die bei der Trimet vortragenden Experten sagten für China für die Jahre 2011 bis 2015 eine Unterversorgung voraus. Dadurch werde China wahrscheinlich zum marktbestimmenden Nettoimporteur für Aluminium.

Von: Mathias Scheben

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