Geschäftsjahr 2013/2014: Weichen für künftiges Wachstum gestellt – TRIMET integriert neue Standorte und weitet Produktangebot aus

16.09.2014 | Die TRIMET Aluminium SE hat das Geschäftsjahr 2013/2014 mit einem Konzernumsatz von 1,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,2 Milliarden Euro) abgeschlossen. Durch eine Steigerung der Produktionsmengen von Primäraluminium und die Ergänzung des Produktangebots konnte sich der Werkstoffspezialist trotz niedriger Weltmarktpreise für Aluminium behaupten. Erfreulicherweise war die Nachfrage, getragen von einem zunehmendem Aluminiumboom im Automobilsektor, durchweg auf Rekordniveau. Mit einer Eigenkapitalquote von 43 Prozent verfügt das nicht börsennotierte Unternehmen über eine solide Handlungsbasis.

Durch die Übernahme zweier Produktionsstandorte in Frankreich und der Aluminiumhütte in Voerde konnte TRIMET im abgelaufenen Geschäftsjahr die anhaltend hohe Nachfrage nach Aluminiumlegierungen und -halbzeugen mit zusätzlichen Mengen bedienen. Die Kapazitäten der Aluminiumhütten, Gießereien und Umschmelzwerke des Unternehmens waren vollständig ausgelastet und produzierten insgesamt rund 700.000 Tonnen Aluminium. Mit 2.700 Mitarbeitern erzielte das Familienunternehmen ein Jahresergebnis von 32,3 Millionen Euro (inkl. 21,5 Millionen Euro Erstkonsolidierungseffekt Trimet France). Im laufenden Geschäftsjahr rechnet der Werkstoffspezialist mit einer weiter wachsenden Nachfrage. „Unsere Auftragsbücher sind auch für das kommende Jahr schon nahezu vollständig gefüllt. Aufgrund der großen Nachfrage gibt es bereits ein Aluminium-Defizit in der westlichen Welt. Deshalb werden wir die Produktionskapazitäten unserer bestehenden Standorte weiter ausbauen“, sagt Dr. Martin Iffert, Vorsitzender des Vorstands der TRIMET Aluminium SE.

Automobilbau bleibt Wachstumstreiber

Die Ende Mai 2014 übernommene Aluminiumhütte in Voerde verfügt über eine Produktionskapazität von 95.000 Tonnen im Jahr und ist in Europa führend in der Produktion von hochreinem Aluminium. Diese Qualitäten werden unter anderem für anspruchsvolle Hüttengusslegierungen benötigt. Dafür investiert das Familienunternehmen in die Erweiterung seiner Gießerei am Standort Essen. Eine neue Stranggussanlage mit einer Kapazität von 60.000 Tonnen pro Jahr wird dort im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Mit den Produktionswerken in Saint-Jean-de-Maurienne und Castelsarrasin hat TRIMET sein Portfolio um Aluminiumdraht erweitert. Die Produktionskapazität der Aluminiumhütte in Saint-Jean-de-Maurienne wird TRIMET bis Jahresende von 90.000 Tonnen auf 145.000 Tonnen Primäraluminium pro Jahr ausbauen. Die Standorte in Frankreich hatte TRIMET im Dezember 2013 in einem Joint-Venture mit dem französischen Energieversorger EDF übernommen und wird in den kommenden drei Jahren rund 100 Millionen Euro in deren Ausbau und Modernisierung investieren.

Der anhaltende Trend zu Leichtbauteilen im Fahrzeugbau bleibt für Aluminium der stärkste Wachstumstreiber und steigert unter anderem auch die Nachfrage nach hochwertigem Aluminiumdraht. „Mit dem Zuwachs von Bauteilen aus Aluminium steigt der Bedarf an Verbindungselementen aus demselben Material. Mit spezialisierten Legierungen bieten wir nun auch in diesem Produktsegment maßgeschneiderte Lösungen“, sagt Iffert.

Innovatives Lastmanagement

Mit neuen Verfahren zur Flexibilisierung der Aluminiumelektrolyse leistet TRIMET einen Beitrag zur Stabilisierung der Stromnetze und zur Anpassung industrieller Produktionsanlagen an eine schwankende Energieversorgung. Im Rahmen der Abschaltverordnung wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr zweimal Produktionsanlagen der TRIMET kurzfristig vom Netz genommen, um ernsthafte Netzstörungen zu vermeiden. Neben der Aluminiumhütte in Hamburg ist nun auch der TRIMET Standort Saint-Jean-de-Maurienne in der Lage, an der Primärregelreserve zur Sicherung der Netzspannung teilzunehmen. Das von TRIMET entwickelte Modell einer virtuellen Batterie, das die Aluminiumelektrolyse zum Stromspeicher macht, befindet sich seit Mitte 2014 in der technischen Erprobungsphase. Dazu werden zwölf Elektrolysezellen der Essener Aluminiumhütte so umgebaut, dass deren Leistung bei laufendem Betrieb für mehrere Stunden erhöht oder gedrosselt werden kann. Der Test wird vom Land Nordrhein-Westfalen mit öffentlichen Mitteln gefördert und von der Bergischen Universität Wuppertal wissenschaftlich begleitet. „Unser Verfahren bietet einen Lösungsansatz für eine der größten Herausforderungen der Energiewende“, sagt Iffert.

Von: Wolfgang Nübold

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